Autogenes Training

Kurse


Als Firmenevent

Beginn: auf Anfrage
Dauer: auf Anfrage
Ort: Hauptstrasse 30, 2560 Nidau, oder in Ihren Firmenräumlichkeiten
Kosten: auf Anfrage
Mehr Infos: Flyer (PDF)


KURS an der Volkshochschule Region Biel-Seeland

Beginn: Die Kurse finden jeweils im April und Oktober statt, nach den Schulferien.
Dauer: 20.00 – 21.15 Uhr, 7 Kurse, jeweils am Donnerstag
Ort: Hauptstrasse 30, 2560 Nidau
Kosten: CHF 265.- inkl. Unterlagen
Anmeldung: Volkshochschule Region Biel-Lyss
Infos: Flyer (PDF: Autogenes Training – Volkshochschule)

Ergänzend sind Kurse ab 3 Personen auf Anfrage möglich.
Tag/Zeit: 7 Mal Donnerstag 20.00 – 21.00 Uhr.
Ort: Hauptstrasse 30, 2560 Nidau
Kosten: CHF 280.- pro Person, inkl. Material.
Anmeldung: Monika Spörri-Hänzi unter 079 740 29 37 oder monika.spoerri@quickline.ch.


Info

Autogenes Training (AT) ist eine einfach zu erlernende und wissenschaftlich fundierte Selbsthilfe-Methode, die auf dem “ Umweg“ der körperlichen Tiefenentspannung über das vegetative Nervensystem Geist und Psyche beruhigt und stärkt.

Das AT wurde anfangs dieses Jahrhunderts von Prof. Dr. med. Johann Heinrich Schultz entwickelt.

Seit über 60 Jahren wird es von Ärzten, Psychotherapeuten und Pädagogen als hervorragendes Mittel zur Vorbeugung psychischer und psychosomatischer Störungen hoch geschätzt. Vergleich: „AT ist für die Psyche, was Gymnastik für den Körper“. Es entspricht auch unserem westlichen Umgang mit der Zeit, weil es in der Lernphase nur dreimal täglich 1 –2 Minuten erfordert.

AT ist frei von religiösen oder weltanschaulichen Ansichten.

Zur Vermittlung der Techniken, sowie zur ständigen Übungskontrolle, werden während ca. 7 Wochen insgesamt 7 Lektionen à ca. 1 Std. benötigt. AT in der Gruppe ermöglicht den Teilnehmer/innen, Erfahrungen auszutauschen, was sehr förderlich ist. Je nach Bedürfnis kann AT jedoch auch im Einzelunterricht erlernt werden.

Ein Selbststudium ist nicht zu empfehlen, da man sich leicht etwas falsches und hinderliches „antrainieren“ könnte. Wenn sich nach ca. 6-10 Wochen Training die Fähigkeit gebildet hat, innert Kürze von Stress auf Ruhe zu schalten (Reflex), können dem AT Autosuggestionen angehängt werden, sogenannte formelhafte Vorsätze. Beispielsweise in Prüfungssituationen: „Ich schaffe es in Gelassenheit“, oder ganz generell: „Ruhig und heiter komme ich weiter“. Solche positiven Einstellungen verankern sich im entspannten Zustand (im AT) besonders gut im Unterbewusstsein und werden – sofern sie im Rahmen des Möglichen liegen – besonders schnell umgesetzt.

AT eignet sich unter Anderem für:

  • Konzentrations-, Schlaf- und Erholungsfähigkeit
  • Verbesserung von geistigen, körperlichen und künstlerischen Leistungen
  • Ändern hinderlicher Denkmuster
  • Abgrenzungsfähigkeit
  • Stärkung des Selbstvertrauens
  • Geburtsvorbereitung

Wie wird das Autogene Training eingeübt?
Die Bezeichnung „autogen“ verdeutlicht also gleich auch die Art des Erlernens der Methode, nämlich selbstmotiviert, selbstgesteuert, ohne heterosuggestive (heteros=der Fremde), also fremdsuggestive „Hilfe“, durch Vorsprechen. Mit dieser Selbständigkeit kommt jeder Kursteilnehmer dazu, sich sein ureigenstes Autogenes Training (und damit das optimalste) anzueignen.

Ein Vorsprechen des Kursleiters bedeutet beim Autogenen Training einen Kunstfehler, da die Wirkung der fremdsuggestiven Beeinflussung grundsätzlich anders ist, als wenn von Anfang an nach genauen Instruktionen selbständig geübt wird. Es kann eine Abhängigkeit von der Stimme des Kursleiters entstehen, so dass ohne dauernde „Fütterung“ mit Suggestionen zu Hause kein Übungserfolg entsteht. Auch mit Kassetten ist man abhängig- wer jedoch sein eigenes Autogenes Training gut eintrainiert hat, ist anschliessend in der Lage, überall und jederzeit innert Sekundenschnelle von Stress auf Ruhe und Erholung umzuschalten.

Autogenes Training benötigt in der Lernphase eine tägliche Übungszeit von 3 mal 1 bis 2 Minuten. Es darf zwar öfters, aber nie verbissen geübt werden und auch nicht länger, da damit nicht die blitzartige Umschaltung von Stress auf Ruhe und Erholung erreicht werden kann. Diese stellt sich bei regelmässigem Üben bei den meisten Kursteilnehmern innert ca. 6 bis 12 Woche zuverlässig ein.

Kursziele
Während des Kurses lernen die Teilnehmer/innen zuerst, ihre Muskelspannung zu reduzieren, dann ihre Körperwärme, die Herztätigkeit, die Atmung und die Funktion der Bauchorgane zu regulieren (all das ist im Stress gestört), und den Tonus der Blutgefässe im Kopf zu normalisieren. Mehr und mehr erleben sie dabei die sogenannte „Ruhetönung“, dh. das Gefühl von „ich bin ganz ruhig“.

Innert ca. 2 Wochen bildet sich für jede Übung ein sog. “ bedingter“ Reflex, d.h. die Wirkungen der jeweiligen Übungen stellen sich nach dieser Zeit immer schneller ein, also in Sekundenbruchteilen. Daher reicht auch bei weiteren Übungen die maximale Übungsdauer von 2 Minuten immer aus.

Reflex?
Ähnlich wie beim Bedienen der Autoschaltung: Beim Lernen suchen wir den gewünschten Gang, später funktioniert dies (durch die Wiederholung) automatisch. Auch das Fahrradfahren verlernt man nicht, wenn wir es gelernt haben und das „wie“ im Körper gespeichert ist.

Stress (Kampf oder Flucht, Überlebensmodus)

Um zu verstehen, wieso uns Stress langfristig krank macht, hilft das Wissen, wie unsere 2 Nervensysteme funktionieren.

Das zentrale Nervensystem, das dem Willen unterstellt ist, ermöglicht es uns, uns zu bewegen, wie wir es wollen. (Ausnahme: Reflexe)

Das autonome Nervensystem ist mit dem Willen nicht zu beeinflussen. Wir können uns also nicht einfach sagen: „Blutdruck steige an, Darm verdaue, Schweissdrüsen produziert Schweiss“ usw. Es ist für die lebenswichtigen Funktionen zuständig und unterteilt in Sympathikus, der unseren Körper auf Leistung vorbereitet (Kampf oder Flucht) und Parasympathikus, der für Erholung zuständig ist, in der der Körper regenerieren kann.

Bei Gefahr kann der Organismus innert Sekunden in Alarm- und Leistungsbereitschaft versetzt werden, (automatische Umschaltung von Parasympathikus auf Sympathikus) um bereit zu sein zu kämpfen oder zu fliehen.

Droht Gefahr, ist erholen und verdauen nicht angebracht –  erhöhte Muskelspannung, Herz- und Atemfrequenz und Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol ermöglicht es uns, schneller zu laufen oder stärker zu schlagen und die Schmerzempfindlichkeit wird heruntergesetzt.

Wird eine Gazelle von einem Löwen angegriffen, macht dies Sinn. Sobald sie den Verfolger abgehängt hat und keine akute Gefahr mehr wahrnimmt, wird sie wieder ruhig weitergrasen. (Automatische Umschaltung auf Parasympathikus.)

Bei uns Menschen machte die schnelle Umschaltung in Alarmbereitschaft vielleicht noch in der Steinzeit Sinn, als der Jäger und Sammler vor dem Bären flüchten oder mit ihm kämpfen musste um zu überleben.

Schon ein Rascheln hinter einem Baum konnte ihn innert Sekunden in Alarmbereitschaft versetzen und ihm somit das Leben retten. Ähnlich nützlich wäre es heute gerade mal, wenn z.B. ein Auto auf uns zurast und wir ohne zu überlegen blitzschnell wegspringen können.

In der heutigen Zeit sind Kampf oder Flucht in Stresssituationen jedoch meist nicht möglich, (Wenn wir unserem Chef, dem Partner oder unseren Kindern gegenüberstehen…) oder auf jeden Fall nicht förderlich.

Oft versetzen wir unseren Körper auch in Alarmbereitschaft durch die blosse Vorstellung, was alles noch Schlimmes passieren könnte, was wir alles nicht schaffen werden oder was Schlimmes passiert ist.

 Sind wir dauernd gestresst und machen uns Sorgen bleibt unser Körper in Alarmbereitschaft, schaltet nicht mehr um auf den Parasympathikus, was dringend notwendig wäre, damit unser Körper in der Ruhe regenerieren kann, unsere Verdauung gut funktionieren kann, unser Blutdruck wieder sinken kann usw.

Auch die dauernde Ausschüttung von Adrenalin und Cortisol schädigt den Körper.

Deshalb ist es so wichtig, zu lernen, wie wir uns von Stressfaktoren abgrenzen können, wie wir unsere Aufmerksamkeit auf Dinge lenken, die gut laufen und wie wir zur Ruhe kommen können, damit unser Körper regenerieren kann.